Kein Seminar aber Lesekreis-Hinweis

Dieses Semester werden wir doch nicht, wie wir ursprünglich vor hatten, ein Seminar zur Deutsch-Europäischen Flüchtlingspolitik organisieren. Hingewiesen sei hier aber auf die Veranstaltung der Initiative Krititische Psychologie Tübingen, die in diesem Semester einen Lesekreis zu Klaus Holzkamps „Grundlegung der Psychologie“ anbietet:

Lesekreis zu Klaus Holzkamps 'Grundlegung der Psychologie'

Literatur und Materialien zu Foucaults Sexualität und Wahrheit I: Der Wille zum Wissen

1. Sitzung 31. April ’13:
- keine Literatur: Vorbesprechung
2. Sitzung am 07. Mai ’13:
- Foucault: Vorwort & Kapitel 1: „Wir Viktorianer“ (Passwort benötigt)
- Protokoll der Diskussion
3. Sitzung am 14. Mai ’13:
Foucault: Kapitel 2 „Die Repressionshypothese“, erster Abschnitt „Die Anreizung zu Diskursen“ (Passwort benötigt)
4. Sitzung am 04. Juni ’13:
- Foucault: Kapitel 2: „Die Repressionshypothese“, zweiter Abschnitt „Die Einpflanzung von Perversionen“ (Passwort benötigt)
5. & 6. & 7. Sitzung am 11., 18. und 25. Juni ’13:
- Foucault: Kapitel 3: Scientia Sexualis (Passwort benötigt)
7. Sitzung: am 25. Juni ’13:
- Foucault: Kapitel 4: Der Dispositiv der Sexualität: übergreifender Teil und erster Abschnitt: Motiv (Passwort benötigt)
8. Sitzung am 02. Juli ’13:
Foucault: Kapitel 4: zweiter Abschnitt: ‚Methode‘ (Passwort benötigt) (im Dokument ist auch schon der Abschnitt für die nächste Sitzung, der aber nicht am 02. Juli zu besprechen gedacht ist)

1.) Selbstorganisiertes Seminar (#5) zum ersten Band von Michel Foucaults „Sexualität und Wahrheit“ und 2.) Selbstorganisiertes Seminar zur Kritischen Psychologie

1.) Seminar zu Michel Foucaults Sexualität und Wahrheit

Flyer zum Foucault-Seminar im SS13

In welchen Formen, durch welche Kanäle, mittels welcher Diskurse schafft es die Macht, bis in die winzigsten und individuellsten Verhaltensweisen vorzudringen; auf welchen Wegen erreicht sie die seltenen und unscheinbaren Formen der Lust, und auf welche Weise durchdringt und kontrolliert sie die alltägliche Lust? Dies sind Fragen, die sich der Historiker und Poststrukturalist Michel Foucault in einem seiner zentralen Werke Der Wille zum Wissen stellt. Wir wollen ihnen ebenfalls nachgehen.
Die Kritische Universität Tübingen ist eine aus dem letzten Bildungsstreik hervorgegangene Initiative von Student*innen. Sie ist ein Versuch sich abseits des üblichen Leistungs- und Bewertungsdrucks in netter (Seminar-)atmosphäre mit Themen und Fragen auseinander zu setzten, die an der Uni Tübingen nicht befriedigend behandelt werden. Jede*r Interessierte ist herzlich eingeladen es uns gleich zu tun. ECTS-Punkte sind nicht zu erwerben.
Ort:
Schleichstr. 4
Di, 16:00 c.t.
PI – Raum 4.305
erste Sitzung: 30.04.2013

Flyer als PDF
Plakat als PDF

2.) Seminar zur Kritischen Psychologie

Neben dem Foucault-Seminar wird es dieses Sommersemester wieder ein selbstorganisiertes Seminar zu Kritischer Psychologie geben. Donnerstags von 14:00-16:00 im PI, Raum 4.305. Erste Sitzung ist diese Woche, Donnerstag den 25. April. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

In der ersten Sitzung werden wir uns überlegen, womit wir uns dieses Semester beschäftigen wollen. Zur Wahl stehen bisher die Optionen mit der Einführung in die Kritische Psychologie von Morus Markard weiter zu machen (sind noch nicht weit) oder uns mit Primärtexten zum Thema Kritik am Experiment, Erkenntnismöglichkeit und Aussagefähigkeit experimenteller Psychologie zu beschäftigen. Auch andere Vorschläge sind gerne gesehen.

Erneut: Planung fuer’s kommende Semester

Hallo liebe Interessierte,

im Anschluss an die Intensivsitzung zum Abschluss des Ideologiekritikseminars haben wir eine Reihe von möglichen Themen für das Seminar im kommenden Semester gesammelt. Das Ergebnis findet Ihr weiter unten. Wir haben uns bemüht, für diejenigen, die nicht anwesend waren, eine kurze Beschreibung, oft in Form möglicher Leitfragen, zu liefern. Wenn sich jemand vorstellen könnte, ein Seminar zu einem anderen Thema (mit) zu organisieren, so können weitere Themen gerne noch bis zum Donnerstag dieser Woche (dem 28.03.2013) über den Verteiler vorgeschlagen werden. Falls kein Zugang zu dem Verteiler besteht, so kann gerne die Kommentarfunktion dieses Posts genutzt werden, um weitere Themen vorzuschlagen. Am Donnerstag wird dann ein Doodle mit den Themen erstellt werden, mittels dem dann die Auswahl des Themas erfolgen wird.
Das Doodle ist ab sofort hier aufrufbar. Die Abstimmung läuft bis Donnerstag 04. April.

Folgende Vorschläge wurden gesammelt (in alphabetischer Reihenfolge):

Lektürekurs: Hegels Wissenschaft der Logik
http://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft_der_Logik

Seminar: ‚irgendwas mit Ästhetik
Was ist Kunst? Wie funktioniert Kunst in der modernen Gesellschaft (Kulturindustrie)? Kunst-Geschmack als soziales Abgrenzungsmerkmal? Ist politische Kunst möglich/nötig/wünschenswert/Müll? Kunst als negative Utopie (Adorno)?

Lektürekurs: Marx‘ Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie
In den Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, kurz Grundrisse, entwickelte Marx erstmals Grundlagen und Details seiner Werttheorie. Die Grundrisse bieten einen Zugang zu dem umfangreichen Oeuvre Marx‘ und können, gerade weil sie ein Vorprodukt des Kapitels sind, gut dazu dienen, die Entwicklung zentraler Thesen des Marxschen Werkes nachzuvollziehen und zu studieren. Die Lektüre der Grundrisse gilt gerade für Theoretiker der Neuen Linken, beispielsweise Herbert Marcuse, als zentraler Anstoß zur Weiterentwicklung des Marxismus im 20. Jahrhundert.

Lektürekurs: Michel Foucault
Einzelne Werke oder Auszüge aus Foucaults Werken sind inzwischen nicht unbekannt. Ziel ist es, en bloc ein oder zwei Werke zu lesen und zu besprechen oder ein Thema quer durch seine Werke hinweg zu verfolgen. Es bieten sich als Bücher an: „Überwachen und Strafen“ oder „Sexualität und Wahrheit“. Als Thema bietet sich Foucaults Subjekttheorie an, bzw. die Thematik „Subjekt und Wahrheit/ Selbstsorge“, letztere dann voraussichtlich in Anlehnung an seine Vorlesung zur „Hermeneutik des Subjekts“. Der genaue Fokus der Foucault-Lektüre und die letztliche Wahl des Buches kann und wird von denjenigen gelegt werden, welche ihr Interesse zur Mitarbeit bekunden.

Seminar: Nationalismustheorie
Was ist Nationalismus? Wie verlief die historische Genese des bürgerlichen Nationalstaates? Welche Funktion hat der Nationalismus in der bürgerlichen Gesellschaft? Was versteht man überhaupt unter einer Nation? Welche Formen des Nationalismus gibt es?

Seminar: Naturbegriff / Naturvorstellung
Was ist Natur? Die Grenze zwischen Natur und Mensch, zwischen Natürlichem und Künstlichem? Die Natur des Menschen – was soll das seyn, gibt es das? Naturbeherrschung und Herrschaft- Naturwissenschaften – was zum Teufel geht da vor? (Texte z.B. aus der Geschlechterforschung, Kritischen Theorie, Latour, Sohn-Rethel …);

Seminar: Sexualität
Was ist Sexualität? Wie funktioniert/entsteht sexuelles Begehren? Warum werden bestimmte Formen der Sexualität negativ bewertet? Warum spielt Sexualität für das Selbstbild / die Identität der Subjekte so eine große Rolle? Warum z.B. funktionieren Anspielungen auf die Sexualität oft als Beleidigung?

Seminar: Subjekt, Identität, Racket

Hey Leute,
ich bin mir leider noch nicht klar genug über das Thema um es in der gebotenen Kürze exemplarisch so darzustellen, dass ich meine Gedanken darin unterbringen könnte. Ich hoffe, dass Ihr das selber machen könnt, falls es Sinn macht, was ich geschrieben habe:

Das Subjekt ist etwas Sonderbares, denn es bestimmt sich als allgemein und besonders zugleich. Seine Selbstbestimmung als Besonderes stellt eine Identität mit anderen Subjekten fest, die zum Beispiel im Denken oder Erkennen liegen soll.
Meine Fragen sind: Wie unterscheidet sich ein Subjekt von einem anderen? Wenn z.B. das Denken etwas Allgemeines ist, woher kommt dann die Besonderheit eines bestimmten Subjekts? Wenn das Denken im Allgemeinen dem Subjekt erst die Möglichkeit eröffnet, sich als Besonderes aufzufassen, woher weiß das Subjekt von der Allgemeinheit seines Denkens?
Welche Versuche gibt es das Denken selbst so zu bestimmen, dass man Erscheinungen danach bemessen kann ob sie unter diese Bestimmung fallen? Wie kam es zu dem Anliegen festzustellen, was ein Subjekt sei?
Wenn die Besonderheit des Subjekts außerhalb des Denkens ihre Begründung finden sollte: Welchen Status haben diese Gründe (- historisch?, – ewig?)? Welches Verhältnis besteht zwischen ihnen und der Subjektbestimmung?

Seminar-Brunch Ideologie(-kritik) am Sa. 23.03.13

Achtung neuer Termin: Am Samstag 23.03.13 wollen wir uns weiter mit Ideologie(-kritik) befassen. Undzwar – sofern bis dahin nicht an dieser Stelle anders verkündet – um 12 Uhr im Rätesaal des Clubhauses (Wilhelmstraße 30-1) .
Das ganze soll in Form einer Mischung aus Brunch und Seminar geschehen. Dafür werden einerseits Leute gesucht, die Themen vorschlagen, für die Sitzung vorbereiten (z.B. in Form eines Referats, Zitatezettels oder Ähnlichem), andererseits, Leute, die Essen und Trinken mitbringen.

Bisher haben 6 Leute zugesagt, es könnten aber noch mehr werden. In diesem Fall würde die Zahl aktualisiert.

Wenn jemand etwas mitbringt, wäre es gut wenn das zur Koordination in der Kommentarspalte unten eingetragen wird, damit wir nicht vom Einen zu viel und vom Anderen zu wenig haben.
Wenn es besondere Bedürfnisse z.B. nach veganem, vegetarischem oder glutenfreiem Essen gibt, tragt das bitte auch in der Kommentarspalte ein, damit die Anderen das bei der Vorbereitung von Speisen berücksichtigen können.

An Themen ist bisher nur Michel Foucaults Kritikbegriff fest zugesagt.

Wenn Ihr ein Thema vorschlagen wollt oder besser noch es vorbereitet oder mit vorbereiten würdet, schreibt das bitte entweder über den Verteiler oder tragt es in der Kommentarspalte ein und teilt auch mit (je früher, desto besser), was Ihr den Anderen zur Vorbereitung empfehlt.

Als Thema vorgeschlagen sind bisher:

Louis Althusser – Ideologische Staatsapparate
Adorno & Horkheimer – Dialektik der Aufklärung

An Programm steht (Texte zur Vorbereitung empfohlen):

1.) Was sagt Michel Foucault über Kritik?:

Foucault, Michel: Was ist Kritik? Merve Verlag, Berlin 1992 (Passwort benötigt)

Puehl, Katharina: Zu ‚Kritik‘ bei Foucault.
In: Dumbadze, Devi; Geffers, Johannes; Haut, Jan; Kloepper, Arne; Lux, Vanessa; Pimminger, Irene (Hrsg.): Erkenntnis und Kritik. Zeitgenössische Positionen. Transcript Verlag, Bielefeld 2009 (Passwort benötigt)

Laufenberg, Mike: Der Preis der Wahrheit. Michel Foucaults Wissenschaftskritik und die Politik post-souveraener Wissenschaften. In: Dumbadze, Devi; Geffers, Johannes; Haut, Jan; Kloepper, Arne; Lux, Vanessa; Pimminger, Irene (Hrsg.): Erkenntnis und Kritik. Zeitgenössische Positionen. Transcript Verlag, Bielefeld 2009 (Passwort benötigt)

Zusätzlich kann man auch noch diesen Text lesen, von dem Wikipedia sagt „Auf den Ansätzen aus Was ist Kritik? aufbauend, hielt Foucault 1983 die Vorlesung Was ist Aufklärung?“:

Foucault, Michel: Was ist Aufklärung? In: Erdmann, Eva; Forst, Rainer; Honneth, Axel (Hrsg.): Ethos der Moderne. Foucaults Kritik der Aufklärung. Campus Verlag, Frankfurt (Main) 1990 (Passwort benötigt)

Selbstorganisiertes Seminar zum Thema Ideologie(-kritik): Texte und Materialien

1. Sitzung am 24.10.2012: Einführung anhand von Literaturvorschlägen

Literaturvorschläge

2. Sitzung am 31.10.2012:

Handout – Einführung in den Ideologiebegriff nach Jürgen Ritsert

Jürgen Ritsert – Ideologie – Theoreme und Probleme der Wissenssoziologie – Kapitel 2 – Einige kernige Sätze zum Ideologiebegriff (Passwort benötigt)

Jürgen Ritsert – Ideologie – Theoreme und Probleme der Wissenssoziologie – Inhaltsverzeichnis (Passwort benötigt)

3.-6. Sitzung am 07.,14..21. und 28.11.2012:

Handout – Marxismus und Ideologie

Karl Marx – Kritik der gesellschaftlichen Wirklichkeit. In: Lenk, Kurt (Hrsg.): Ideologie. Frankfurt (Main) 1984 (Paswort benötigt)

Erich Hahn – Zur Kritik des bürgerlichen Bewusstseins. In: Lenk, Kurt (Hrsg.): Ideologie. Frankfurt (Main) 1984 (Passwort benötigt)

7.-9. Sitzung am 05.,12. & 19.12.2012:

Theodor Geiger – Ideologie und Werurteil. In: Lenk, Kurt (Hrsg.): Ideologie. Frankfurt (Main) 1984 (Paswort benötigt)

10. Sitzung am 09.01.2013

Karl Mannheim – Auszüge aus dem Kapitel „Politik als Wissenschaft“ aus dem Buch: Ideologie und Utopie. Dritte und vermehrte Auflage. Frankfurt (Main). 1952 (Passwort benötigt)

Zur Ergänzung empfohlen:
Karl Mannheim – Inhaltsverzeichnis und Kapitel „Problemansatz“ aus dem Buch: Ideologie und Utopie. Dritte und vermehrte Auflage. Frankfurt (Main). 1952 (Passwort benötigt)

11.-13. Sitzung am 16., 23. & 30.01.2013: Kritik der Wissenssoziologie:

Holger Hagen – Die Soziologie des seiner Objektivität nicht mächtigen Wissens. Eine kritische Skizze zur Konstitution des Gegenstands der „Wissenssoziologie“. In: Dumbadze, Devi; Geffers, Johannes; Haut, Jan; Kloepper, Arne; Lux, Vanessa; Pimminger, Irene (Hrsg.): Erkenntnis und Kritik. Zeitgenössische Positionen. Transcript Verlag, Bielefeld 2009 (Passwort benötigt)

Als Zusatzlektuere empfohlen:
Adorno, Theodor W.: Das Bewusstsein der Wissenssoziologie. In: Lenk, Kurt (Hrsg.): Ideologie. Frankfurt (Main) 1984 (Passwort benötigt)

Antwort auf unseren Flyer

Als wir in der Mensa den Flyer zum aktuellen selbstorganisierten Seminar zu Ideologie(-kritik) ausgelegt haben, blieben die folgendermaßen kommentierten Flyer, die wir beim Einsammeln wiederfanden, auf den Tischen liegen. Gerne können die Antworten über die Kommentarfunktion diskutiert werden.

Kommentar zum Ideologie(-kritik) Flyer

Am Rande des oberen Flyers steht: „And I see you think you‘re a wannabe rebel!“
Und am Rande des unteren Flyers steht: „Man muss sich nicht immer entscheiden.“

Selbstorganisiertes Seminar (#4) zu Ideologie(-kritik)

selbstorganisiertes Seminar zum Thema Ideologie(-kritik)

Was sind Ideologien? Wie treten sie in Erscheinung? Welche Auswirkungen haben Ideologien auf unser Denken, Fühlen, Handeln? Wozu dienen sie, wer profitiert möglicherweise von ihnen? Was meint Lukács, wenn er von Ideologie als ein „notwendig falsches Bewusstsein“ spricht? Ist Ideologiefreiheit überhaupt möglich oder wünschenswert? Die Frage der Objektivität von Aussagen und Theorien ergibt sich in vielen Studiengängen ständig. Allerdings wird sie zumeist nur auf methodischer Ebene gestellt und grundlegendere, philosophische Überlegungen haben kein Platz im Stundenplan. Die Kritische Universität Tübingen ist eine aus dem letzten Bildungsstreik hervorgegangene Initiative von Student*innen. Sie ist ein Versuch sich abseits des üblichen Leistungs- und Bewertungsdrucks in netter (Seminar-)atmosphäre mit Themen und Fragen auseinander zu setzten, die an der Uni Tübingen nicht befriedigend behandelt werden. Jede*r Interessierte ist herzlich eingeladen es uns gleich zu tun. ECTS-Punkte werden nicht vergeben.

Ab diesen Mittwoch wöchentlich um 18:15 im Institut für Psychologie, Schleichstraße 4, Raum 4328
Weitere Infos hier auf diesem Blog und über den Verteiler (Passwort dafür kann man bei der Sitzung erfahren).

Planung fuer’s kommende Semester

Hi liebe Leute,

wir haben uns gestern getroffen um zu besprechen, was kommendes Semester für ein/zwei oder mehr KUT-Seminar(e) stattfinden könnte(n).

Dabei haben wir verschiedene Vorschläge gesammelt und wollen Euch diese erstmal unterbreiten. Wenn noch jemanden weitere Themen interessieren, sollten diese bis einschließlich Sonntag, 09.09. über den Verteiler vorgeschlagen werden. Wenn Ihr nicht auf dem Verteiler seid oder Euch auch nicht an das Passwort erinnert, mit dem man sich über den Link rechts auf den Verteiler eintragen kann, schreibt Eure Vorschläge bitte in das Kommentarfeld unten. Wenn die Vorschläge gesammelt sind, wird ein Doodle erstellt um zu erruieren, wer wo mit vorbereiten oder eine Sitzung gestalten würde o.Ä.. Wenn wir das wissen, können wir dann beschließen, was wir alles machen wollen und wie es von statten gehen soll.

Vorschläge:

Mensch und Natur: z.B. Vorstellungen von der Natur des Menschen (weil so viel damit erklärt/begründet wird); Naturwissenschaften – wie funktionieren sie? (z.B. Texte aus der Geschlechterforschung und der Kritischen Theorie);

Sexualität: Wie funktioniert sexuelles Begehren: Warum werden bestimmte Formen der Sexualität negativ bewertet? Warum spielt Sexualität für das Selbstbild der Subjekte so eine große Rolle? Warum z.B. funktionieren Anspielungen auf die Sexualität oft als Beleidigung?

Nationalismustheorie: Zunächst: historische Genese der bürgerlichen Nationalstaaten; begriffliche Klärung dessen, was Nation ist; Nationalismus und seine heutige(n) Form(en), z.B. Standortnationalismus; völkischer Nationalismus vs. Republikanischer Nationalismus

irgendwas mit Ästhetik, besonders: Was ist Kunst? Wie funktioniert Kunst im Kapitalismus (Kulturindustrie)? Kunst-Geschmack als soziales Abgrenzungsmerkmal; Ist politische Kunst möglich/nötig/wünschenswert/Müll? Kunst als negative Utopie (Adorno)

Subjekt: Der Poststrukturalismus scheint das Subjekt als Effekt von Diskursen zu begreifen; die Kritische Theorie behauptet ein Unterbewusstes des Subjekts, mit dem man die Verhaltensweisen, die man z.B. für irrational hält, erklären könnte; Hegel scheint das Subjekt als etwas das sich aus der Unterscheidung von einem Selbst von der Ganzheit der eigenen Begriffe ergibt zu verstehen. Warum denken und handeln Menschen so, wie sie es tun? Was ist das Subjekt?

Ideologiekritik: Was ist Ideologie? Was ist das notwendige am „notwendig falschen Bewusstsein“ (Lukács)? Ist Ideologiefreiheit möglich/nötig/wünschenswert/Müll?

Paradigmen in der Wissenschaft (Thomas S. Kuhn): Kann Wissenschaft objektiv sein oder ist sie notwendig in einem Paradigma befangen und damit nicht objektiv? Haben Paradigmen einen ideologischen Charakter? Kann man als Wissenschaftlerin unparteiisch sein?

Anwürfe gegen’s universitäre Establishment, akademische Nestbeschmutzung: Wissenschaft als (Re-)Produktionsraum herrschender Ideologien. Z.B.: Kritik der vorherrschenden Totalitarismusdoktrin, Kritik der Extremismustheorie…

Antisemitismus:
Wenn Leute beschuldigt werden, den Antisemitismus-Vorwurf als Instrument zu gebrauchen, impliziert das ein Publikum, das sich von einem nicht gerechtfertigten Vorwurf beeindrucken lässt. Es muss also von diesen Antisemitismuskritiker_innen-Kritiker_innen zugestanden werden, dass mangelnde Aufklärung darüber was Antisemitismus ist und warum es ihn gibt, besteht.
Verbreitet scheint mir die Erklärung: Antisemitsmus gibt’s halt weil Leute Buhmänner für irgendwas, das sie schlecht finden, suchen. Abgesehen davon, dass das eine strategische, bewusste Suche implizieren kann und damit z.T. verschwörungstheoretisch anmutet, geht aus dieser Erklärung nicht hervor, wieso gerade über Juden eine Ideologie zustande kommt und wie sie zu ihren genauen Inhalten kommt (raffgierig, hinterhältig, Weltverschwörung etc.).
Hier schlagwortartig ein paar Themen, mit denen wir uns beschäftigen könnten: primärer & sekundärer Antisemitismus, Vernichtungsantisemitismus, struktureller Antisemitismus, Schuldabwehr-Antisemitismus…
Diskutieren könnte man auch das Verhältnis von Antijudaismus und Antisemitismus.

Faschisierung in Ungarn
:
Ich habe zwar ein paar Texte dazu gelesen, kann aber jetzt aus dem Gedächtnis kein sicheres Bild mehr zeichnen, weswegen ich nur allgemein die Tendenzen nenne, die dort hegemonial werden (also mindestens tendenziell in der Regierung vertreten werden): Antiziganismus (bis hin zu Morden und Pogromen), völkischer Nationalismus des Magyarentums (Imagination einer geknechteten völkischen Identität, die chauvinistische Ansprüche ggü. Minderheiten und anderen Ländern rechtfertigen soll; revanchistische Gebietsansprüche; Geschichtsklitterung); Rückfall hinter den bürgerlichen Rechtsstaat (Aufhebung der Pressefreiheit; Entlassung nicht genehmer (liberaler und linker) Personen aus den Behörden und Universitäten); Antisemitismus…
Mich würde erstmal eine Bestandsaufnahme und natürlich die Frage nach den Gründen interessieren.
Evtl. könnten wir auch Griechenland mit betrachten, wo ja inzwischen auch Menschen die für Migrant_innen gehalten werden, z.T. unter Duldung und sogar aktiver Beteiligung der Polizei auf der Straße angegriffen werden. Wir könnten dann die Frage behandeln ob es einen gemeinsamen Grund für beide Entwicklungen gibt.

Die thematischen Erläuterungen sind nur erste Ideen/Vorschläge. In der weiteren Vorbereitung können wir uns genauer Gedanken darüber machen und auch Punkte verwerfen oder so.

Im Übrigen habe ich, der Protokollant, den Vorschlag zwei oder drei zusätzliche Sitzungen neben den regulären Terminen zu machen, um dort Ergebnisse festzuhalten, also einfach aufzuschreiben, was man wichtig findet oder welche Fragen man für unbeantwortet und bedenkenswert hält. Vielleicht gibt es sogar mehrere Veranstaltungen und wir können uns zusammensetzen um zu überlegen ob unsere Ergebnisse gemeinsame Momente aufweisen. Z.B. hätte ich letztes Semester interessant gefunden, zu gucken, ob die Kritik, die z.B. von Klaus Holzkamp an der Mainstreampsychologie geübt wurde, einen Grund hat, der auch in anderen Fächern wirkt, wenn er z.B. bemängelt, dass ein bestimmtes Verhalten von Menschen beharrlich – ohne Anhaltspunkt – als Ausdruck ihrer Natur aufgefasst wird.

Wenn’s Anmerkungen oder Fragen zum Protokoll gibt oder, wie oben geschrieben, jemanden weitere Themen interessieren, schicket sie einfach über den Verteiler. Am 10.09. mache ich dann das Doodle zum Abstimmen der Themen.

Solidarität mit dem Institut für vergleichende Irrelevanz (IvI)

Das Institut für Vergleichende Irrelevanz in Frankfurt am Main ist räumungsbedroht.

Insititut für vergleichende Irrelevanz (IvI) in Frankfurt am Main

Mitarbeiter des Investors, Franconofurt AG, der das seit fast neun Jahren besetzte Gebäude Anfang des Jahres gekauft hat, haben am 22. Mai die Eingangstür des IvI aufgebrochen und die anwesenden Leute und Bewohner des Hauses abgefilmt. Während eine spontane Sitzblockade zunächst Schlimmeres verhindern konnte, drohten die Mitarbeiter des Unternehmens sogar rechtswidrigersweise eine eigenhändige Räumung innerhalb der nächsten zwei Wochen an.
Zum Vorgehen seitens des Investors, der Universität und der Stadt Frankfurt hat das IvI jetzt eine neue Petition vorgelegt, zu deren Unterzeichnung die Lesenden dieses Artikels sich hiermit aufgerufen fühlen mögen.
Auch die alte Petition, welche den Anspruch eines gesellschaftskritischen Instituts und dessen Bedingung als politischen Anspruch formuliert, ist noch aktuell und kann hier unterzeichnet werden. Weitere Informationen über den Verlauf der Geschehnisse finden sich auf der Webseite des IvI, auf einem Solidaritätsblog zum Erhalt desselben und unter dem Twitter-Hashtag #ivibleibt.

Wer sich Stimmen aus dem IvI anhören will, kann sich unten die Interviews und einen Kurzfilm über das Projekt zu Gemüte führen.

Kürzeres Interview vom Nachmittagsmagazin für subversive Unternehmungen vom FSK Hamburg über den Verlauf der Verhandlungen mit dem Investor, das Verhalten der Universitätsleitung und die Frage wie man sich im IvI zu helfen gedenkt (ca. 10 Min.).

Download hier.

Längeres Interview vom Bildungsmagazin (Wüste Welle Tübingen) über das IvI im Allgemeinen und die Bedrohung im Besonderen (ca. 36 Min.):

Download hier.

Kürzeres Interview von Radio Corax Halle, besonders über die Situation vor dem 22. Mai (ca. 15 Min.):

Donwload hier.

Hier gibt es einen kurzen Film von Arte über das IvI:

Institut für vergleichende Irrelevanz – MyVideo