Veranstaltungen

14.02.2019 – Jour fixe: Privateigentum

Kritik am Privateigentum und die Forderung nach seiner Abschaffung gehört zu einem festen Bestandteil vieler linker Strömungen. Im Jour fixe wollen wir zur Begriffsklärung beitragen und uns damit befassen, was Privateigentum überhaupt ist und was es von anderen Formen von Verfügung – zum Beispiel dem Besitz – unterscheidet. Warum existiert Privateigentum? Was sind seine gesellschaftlichen Grundlagen? Sind ‚Mein‘ und ‚Dein‘ wirklich „bürgerliche Kategorien“? Was kann es bedeuten, Privateigentum „abzuschaffen“ und ist das überhaupt wünschenswert? Und wer bekommt meine Zahnbürste und meine Unterhosen, sobald alles „vergesellschaftet“ ist? – Wenn euch die Antworten auf diese Fragen interessieren, seid ihr herzlich zur Diskussion eingeladen.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen. Wir freuen uns, wenn ihr mitdiskutiert oder eigene Themen vorstellt.

Termin: Donnerstag 14.02.19, 16 Uhr
Ort: Foyer des Zimmertheaters, Bursagasse 16

Eintritt nur mit Privateigentum!

17.01.2018 – Jour fixe: Polemik

Wer sich mit Kritischer Theorie befasst, wird mit einem Stilmittel konfrontiert, welches heute nur noch selten seinen Weg in wissenschaftliche Publikationen findet: „Der kapitalistische Supermarkt, auf den sich die Bildung hin entwickelt, braucht keine Diener des Geistes, sondern Leute, die die Kasse reparieren können.“ (Heydorn 1980, S. 121f.) Meint Heydorn das ernst? Ist es eine Forderung? Ist es eine empirische Aussage?

Die Schärfe der Kritik, wie wir sie in Publikationen der Kritischen Theorie finden, bleibt uns verborgen, wenn Polemik als Stilmittel unerkannt bleibt. Vom Griechischen pólemos „Krieg, Streit“, stammt der Begriff Polemik. Wir wollen uns diesem Stilmittel annehmen und diskutieren: Ist das Fehlen der Polemik in zeitgenössischer wissenschaftlicher Literatur symptomatisch für eine unkreative und sich letztlich einige positive Wissenschaft, in der es nichts zu diskutieren gibt?

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 17.01.19, 16 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

Programm Wintersemester 2018/19

[Lesekreis] Anerkennungstheorien
Termin: Dienstag 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: 06. November
Ort: Hegelbau, Gr. Übungsraum

„Im wechselseitigen Auffordern zu freiem Handeln und im Begrenzen der eigenen Handlungssphäre zugunsten des Anderen bildet sich sowohl individuelles wie gemeinsames Bewusstsein – eines ist nicht ohne das andere.“ – Fichte.
Im Rahmen dieses Lesekreises möchten wir uns mit verschiedenen Anerkennungstheorien befassen.
Wir möchten uns zunächst mit dem Begriff der Anerkennung im Deutschen Idealismus beschäftigen, hierzu werden wir uns mit Auszügen aus der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“ von Hegel und aus „Grundlage des Naturrechts“ von Fichte beschäftigen. Daraufhin möchten wir modernen Auffassungen der Theorie nachgehen, über Marx zu Habermas bis heute zu Honneth und Butler.
Wir möchten den Lesekreis gemeinsam mit den Teilnehmer*innen gestalten, d.h. wir entscheiden gemeinsam welche Texte wir lesen.

[Lesekreis] Falsche Propheten – Studien zum Autoritarismus
Termin: Mittwoch 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: 07. November
Ort: Hegelbau, Computerraum

Der Literatursoziologe Leo Löwenthal, der neben Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno und weiteren als Mitbegründer der Kritischen Theorie gilt, untersucht in dieser Studie die Motive und Gemeinsamkeiten in der Sprache einer Vielzahl amerikanischer „Agitatoren“, welche man heute unter anderem als Rechtspopulisten/-propagandisten bezeichnen würde. Ziel dieses Lesekreises ist es, einen Schlüssel zum Verständnis und der Dechiffrierung der Sprache solcher Persönlichkeiten zu erlangen. Darüber hinaus ist eine Diskussion darüber, inwiefern dieser Studie aktuelle Gültigkeit und Anwendbarkeit zugesprochen werden kann sehr wünschenswert.

[Study group] Geschichte und Theorie der dissidenten Arbeiterbewegung
Termin: Freitag 16.15 – 17.45 Uhr
Erstes Treffen: 02. November
Ort: Raum X, Burse, Philosophisches Seminar (Bursagasse 1)

Das, was man gemeinhin als Arbeiterbewegung kennt, konstituiert sich während der bürgerlichen Revolutionen des 19. Jahrhunderts. Solch unterschiedliche Persönlichkeiten wie Proudhon, Bakunin, Marx und Engels schreiben ihre Revolutionstheorien und verbinden diese mit einer Theorie der bürgerlichen Gesellschaft. Marx und Engels können im Kommunistischen Manifest noch darauf hoffen, dass sich dem Bestreben der Arbeiter*innen ein liberales und aufgeklärtes Bürgertum anschließt, dem es um die Verwirklichung der Ideale der bürgerlichen Revolution geht. Während diese Hoffnung spätestens mit der Niederschlagung der Pariser Commune für die bürgerlichen Staaten Europas an Glaubwürdigkeit verliert, bleibt im Agrarstaat Russland eine Konstellation aus bürgerlichem Materialismus und Marxismus erhalten. Das Resultat dieses Umstandes ist – wie es Rosa Luxemburg in ihrer Besprechung der Russischen Revolution anerkennt – der heroische Versuch die Revolution ohne kapitalistische Grundlagen zu machen.
Durch eine zunehmende Bolschewisierung der kommunistischen Parteien Europas nach der Russischen Revolution geraten diejenigen Stimmen der Arbeiterbewegung im Westen ins Hintertreffen, die grundsätzlich andere politische Organisationsformen anstreben. Diese dissidente Arbeiterbewegung kritisierte in ihren Texten auf unterschiedliche Weise die Russische Revolution, um deren Intention zu bewahren. Wir wollen uns zu Beginn dieser study group einzelnen Protagonist*innen dieser Arbeiterbewegung widmen und insbesondere Texte von Rosa Luxemburg und den Linkskommunisten Paul Mattick und Karl Korsch lesen und uns schließlich auch zeitgenössische linkskommunistische Strömungen anschauen

30.10.2018 – Vortrag: Arbeit und Muße – Zur impliziten Bildungstheorie von Karl Marx

Dem gesellschaftlichem Mangel an angemessen vergüteter Erwerbsarbeit zum Trotz scheint Arbeit in nahezu alle Poren des gesellschaftlichen und individuellen Lebens vorzudringen. An sich selbst arbeiten, mit dem Ziel der Selbstoptimierung lautet das neoliberale Credo. Zugleich sollten ehrenamtliche Arbeit, Beziehungs- oder Bildungsarbeit nicht vernachlässigt werden. Gegenüber solchen Imperativen mit ihrer Fokussierung auf Arbeit erinnert Claus Baumann an die implizite Bildungstheorie von Karl Marx, die eine emanzipatorische, freie wie allseitige Bildung der gesellschaftlichen Individuen anvisiert. In deren Zentrum steht aber gerade nicht Arbeit als grundlegende Tätigkeitsweise, sondern Muße.

Claus Baumann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart, im Fachbereich Philosophie.

Dienstag 30.10.2018, 19 Uhr
Ort: Raum 101, Hegelbau, Wilhelmstr. 36

24.10.2018 – Kritischer Sektempfang

24.10.2018, 16-18 Uhr
Clubhaus, Kleiner Saal
Wilhelmstr. 30

Bei unserem Kritischen Sektempfang möchten wir euch verschiedene Studienfächer aus einer kritischen Perspektive vorstellen. Was heißt kritisches Studieren im Kontext der Pädagogik, Soziologie und Philosophie? Welche kritischen Theorien gibt es in diesen Fächern? Welches kritisches Lehrangebot gibt es an der Uni Tübingen?

Unser Sektempfang findet im Rahmen der Ernst und Karola Bloch Woche statt.
Alle Termine der Woche findet ihr hier

02.08.2018 – Jour fixe: Staatlichkeit

Die Frage danach, was ‚den Staat‘ eigentlich ausmacht bzw. was dieser macht, beschäftigt linke TheoretikerInnen schon lange. Insbesondere aus marxistischer Perspektive wurde viel dazu geschrieben, wobei Staatlichkeit oft nicht als eigenständiger Bereich, sondern als irgendwie aus der Ökonomie abgeleitet betrachtet wurde. Anarchistische Positionen bleiben hingegen oftmals bei einer Fundamentalkritik ‚des Staates‘ stehen, weswegen die Analyse nicht besonders tiefgründig ausfällt.

Im Jour Fixe zum Thema Staatlichkeit soll eine analytische Perspektive auf Staatlichkeit vorgestellt und diskutiert werden, die sich in soziologischer Manier auf diese linken Ansätze stützt und sie weiterentwickelt. Für die adäquate Analyse von Staatlichkeit wird hier vorgeschlagen, diese als hegemoniale Vergesellschaftungsform zu verstehen.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 02.08.18, 16 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

26.07.2018 – Jour fixe: Das Wirtschaftssystem der Sowjetunion

Wenn man sich Gedanken über eine Alternative zur kapitalistischen Wirtschaft macht, ist es hilfreich, sich auch mit vergangenen Versuchen auseinanderzusetzen, eine andere Gesellschaft aufzubauen – um aus ihren Fehlern und Mängeln zu lernen. Wenn man darüber hinaus Sympathien für den Sozialismus hegt, ist eine Auseinandersetzung mit der Sowjetunion unumgänglich. Aus diesem Grund wollen wir das sowjetische Wirtschaftssystem zum Thema unseres nächsten Jour fixe machen. Dazu wird es einen Input-Vortrag geben, der in groben Zügen darstellen wird, wie die Wirtschaft in der Sowjetunion funktioniert hat und was daran nicht funktioniert hat. Anschließend wird es Zeit für Diskussionen und Nachfragen zum Vortrag oder zur sowjetischen Geschichte im Allgemeinen geben.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 26.07.18, 16 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

04.07.18 – Vortrag: Krieg im Jemen

Vortrag von Jacqueline Andres (IMI) im Rahmen der Kritischen Uni Tübingen (KUT)
Mittwoch, 04. Juli von 16-18 Uhr
Großer Übungsraum der Soziologie (Raum 101) im Hegelbau, Wilhelmstraße 36

Seit mehr als drei Jahren tobt im Jemen Krieg. Es handelt sich um die schlimmste humanitäre Situation weltweit: mittlerweile sind akut 8,4 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, mehr als 22,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, die ansteckenden Krankheiten Cholera und Diphtherie breiten sich immer weiter aus. Ursachen dieser sich abzeichnenden Katastrophe sind u.a. die zahlreichen Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten
Militärkoalition und die seit Jahren andauernde militärische See-, Land- und Luftblockade. Die Konfliktlinien und Allianzen verschieben und transformieren sich häufig, wodurch es schwer ist, den Krieg bzw. die Kriege in Jemen zu verstehen. Dieser Vortrag bietet daher einen Überblick über die aktuelle Situation in Jemen und stellt die unterschiedlichen Akteure, die dynamischen, historisch gewachsenen Allianzen und die wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der involvierten Kriegsparteien dar. Dabei wird versucht, Stimmen aus Jemen Raum zu geben und auch ein Auge auf die Rolle der Bundesrepublik und der Vertreter_innen der Rüstungsindustrie zu werfen.

Jacqueline Andres ist Beirätin bei der Informationsstelle Militarisierung, forscht u.a. zu Militarisierungsprozessen in der arabischen Welt und beschäftigt sich seit 2015 mit dem Krieg in Jemen.

14.06.18 – Vortrag: In antisemitischer Gesellschaft

Wer die öffentlichen Berichterstattungen und Diskussionen über Antisemitismus aufmerksam verfolgt, den beschleicht unweigerlich das Gefühl, in einer Endlosschleife der immer gleichen Diskussionen gefangen zu sein. So wird entweder anlässlich von Äußerungen bekannter Politiker, Journalisten oder Autoren, die Frage hin- und hergewälzt, ob diese Äußerungen antisemitisch waren oder nicht, wobei sich am Ende stets ein Experte findet, der das genauer differenziert wissen will. Oder aber, es ist gerade eine Studie erschienen, die eine erschreckend hohe Zustimmung zu antisemitischen Ansichten feststellt, worüber die einen sich stets aufs Neue erstaunt und erschrocken die Augen reiben, während die anderen der Studie die Seriosität absprechen.
Jenseits der politischen Implikationen besteht das Grundproblem beider Diskussionen darin, dass sie im Kern stets um die Frage einer adäquaten, operationalisierbaren (und konsensfähigen) Definition des Antisemitismus kreisen. Operationalisierbar lässt sich der Antisemitismus aber alleine schon deswegen nicht definieren, weil sich seine konkreten Erscheinungsformen ständig wandeln. Und ihn adäquat zu bestimmten, scheint auch deswegen schwierig, weil er sich konkret stets gegen Juden richtet, obgleich er mit deren empirischen Verhalten nichts zu tun hat. So kann er wiederum nur als individueller Wahn erscheinen, dessen gesellschaftliche Verbreitung (und Akzeptanz insbesondere als Israelkritik) letztlich rätselhaft bleiben muss.
Der Vortrag wird versuchen zu explizieren, warum es anstelle einer Definition des Antisemitismus darauf ankäme, die innere Logik des Antisemitismus nicht als eine lose Ansammlung von Vorurteilen, sondern als eine falsche (und freilich brandgefährliche) Theorie über die Grundkategorien der unvernünftigen Gesellschaft zu begreifen: Geld, Kapital, Weltmarkt und Staat. Es wird also darum gehen, das innere Verhältnis von Wahn und Realitätstauglichkeit im Antisemitismus zu entfalten, der sich in seinen Konsequenzen stets gegen die Existenz von Juden und ihren Staat richtet, mit deren empirischem Verhalten er aber praktisch nichts, mit einer wahnhaften Rationalisierung einer unbegreifbaren Gesellschaft dafür aber umso mehr zu tun hat.

Leo Elser ist Autor und Redakteur der Zeitschrift Pólemos.

Die Veranstaltung findet mit der finanziellen Unterstützung des Studierendenrates Tübingen statt.

Donnerstag 14.06.2018, 18 Uhr c.t.
Ort: Hegelbau, Wilhelmstrasse 36, 72074 Tübingen, Großer Übungsraum

17.05.18 – Jour fixe: Cultural appropriation

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Cu… Ach egal! Bei unserem nächsten Jour Fixe wollen wir uns mit dem Thema Cultural Appropriation beschäftigen. Dabei wird es um folgende Fragen gehen:

Was ist unter Cultural Appropriation zu verstehen?

Welche Probleme haben Leute mit Cultural Appropriation?

Was kann daraus folgen, diese Probleme festzustellen?

Was ist in der Gesellschaft passiert, dass das Thema so interessant wurde?

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem regelmäßig verschiedene Themen vorgestellt und anschließend diskutiert werden. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 17.05.18, 18 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6