Archiv der Kategorie 'Jour fixe'

22.11.17 – Jour fixe: Plurale Ökonomik und/oder das Elend der WiWi

Es ist eine weit verbreitete common sense Vorstellung, dass man Dinge oder Sachverhalte nur adäquat darstellen kann, wenn man verschiedene Perspektiven einnimmt oder unterschiedliche Ansätze wählt.
Dem gegenüber scheinen Positionen, die nur eine Herangehensweise wählen, das Etikett Dogma zu verdienen. Die Frage die sich stellt, ist also: Woraus beziehen beide Postitionen ihre Legitimation, bzw. wie ist zu entscheiden, auf welche Seite des Konfliktes man sich stellt.

Auch in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird von allen Seiten „Methodenmix“, „Methodentriangulation“ uvm. eingefordert. In den Wirtschaftswissenschaften gibt es seit einigen Jahren die Initiative „Netzwerk Plurale Ökonomik“, die eine stärkere Pluralität in Forschung und Lehre der Wirtschaftswissenschaften einfordern und damit quer zum Mainstream der Wirtschaftswissenschaften stehen.

Am Beispiel des „Netzwerks Plurale Ökonomik“ wird im Vortrag versucht darzustellen, dass die Frage „Dogma oder Pluralismus“ sowohl in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften selbst, als auch in deren Kritik die falsche Frage ist. Mit dieser Einsicht wird versucht werden, die auf der falschen Frage beruhenden falschen Antworten zu kritisieren und damit dieses „Entweder Oder“ an sich selbst zu kritisieren.

Unser Jour fixe ist eine Veranstaltung, zu der wir uns alle zwei Wochen an einem Mittwoch treffen, um Themen zu diskutieren, die uns gerade beschäftigen. Jede_r von euch ist herzlich eingeladen, dazu zu kommen, mitzudiskutieren oder euch von den anderen zu eigenen Gedanken, Überlegungen, Thesen, Fragen … anregen zu lassen.

25.10.17 – Jour fixe: Wenn man über Rassismus redet

„Rassismus“ bezeichnet in der öffentlichen Rede heute nur noch selten eine Diskriminierung oder Unterdrückung unter Verweis auf biologische Unterschiede zwischen Menschen. Ähnlich wie „Nazi“ oder „faschistisch“ hat sich dieser Begriff so ausgeweitet, dass heute viel mehr Handlungen, Vorstellungen, Gedanken und gesellschaftliche Verhältnisse damit bezeichnet werden als die meiste Zeit des 20. Jahrhunderts hindurch. In der Regel ersetzt er heute einfach die Bezeichnung „Fremdenfeindlichkeit“.

Das ist keine neue Entwicklung. In wissenschaftlichen Debatten tauchen Begriffe wie „kultureller Rassismus“ oder „Rassismus ohne Rassen“ schon in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts auf. Allerdings fällt diese Veränderung an den Diskussionen über die AfD, Pegida, Trump, Rechtspopulismus usw. sehr stark auf. Wie es zu dieser Entwicklung kam, was davon zu halten ist, ob und welche Schwierigkeiten mit so einer Verwendung des Begriffs verbunden sind oder ob sie eine folgerichtige Anpassung an veränderte gesellschaftliche Bedingungen darstellt – das alles wollen wir zusammen beim nächsten Jour fixe der Kritischen Uni diskutieren.

###########################

Unser Jour fixe ist eine Veranstaltung, zu der wir uns alle zwei Wochen an einem Mittwoch treffen, um Themen zu diskutieren, die uns gerade beschäftigen. Jede_r von euch ist herzlich eingeladen, dazu zu kommen, mitzudiskutieren oder euch von den anderen zu eigenen Gedanken, Überlegungen, Thesen, Fragen … anregen zu lassen.

25.10.17 – 18 Uhr – Infoladen, Schellingstraße 6