Beiträge von kut

Programm Wintersemester 2018/19

[Lesekreis] Anerkennungstheorien
Termin: Dienstag 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: 06. November
Ort: Hegelbau, Gr. Übungsraum

„Im wechselseitigen Auffordern zu freiem Handeln und im Begrenzen der eigenen Handlungssphäre zugunsten des Anderen bildet sich sowohl individuelles wie gemeinsames Bewusstsein – eines ist nicht ohne das andere.“ – Fichte.
Im Rahmen dieses Lesekreises möchten wir uns mit verschiedenen Anerkennungstheorien befassen.
Wir möchten uns zunächst mit dem Begriff der Anerkennung im Deutschen Idealismus beschäftigen, hierzu werden wir uns mit Auszügen aus der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“ von Hegel und aus „Grundlage des Naturrechts“ von Fichte beschäftigen. Daraufhin möchten wir modernen Auffassungen der Theorie nachgehen, über Marx zu Habermas bis heute zu Honneth und Butler.
Wir möchten den Lesekreis gemeinsam mit den Teilnehmer*innen gestalten, d.h. wir entscheiden gemeinsam welche Texte wir lesen.

[Lesekreis] Falsche Propheten – Studien zum Autoritarismus
Termin: Mittwoch 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: 07. November
Ort: Hegelbau, Computerraum

Der Literatursoziologe Leo Löwenthal, der neben Herbert Marcuse, Theodor W. Adorno und weiteren als Mitbegründer der Kritischen Theorie gilt, untersucht in dieser Studie die Motive und Gemeinsamkeiten in der Sprache einer Vielzahl amerikanischer „Agitatoren“, welche man heute unter anderem als Rechtspopulisten/-propagandisten bezeichnen würde. Ziel dieses Lesekreises ist es, einen Schlüssel zum Verständnis und der Dechiffrierung der Sprache solcher Persönlichkeiten zu erlangen. Darüber hinaus ist eine Diskussion darüber, inwiefern dieser Studie aktuelle Gültigkeit und Anwendbarkeit zugesprochen werden kann sehr wünschenswert.

[Study group] Geschichte und Theorie der dissidenten Arbeiterbewegung
Termin: Freitag 16.15 – 17.45 Uhr
Erstes Treffen: 02. November
Ort: Raum X, Burse, Philosophisches Seminar (Bursagasse 1)

Das, was man gemeinhin als Arbeiterbewegung kennt, konstituiert sich während der bürgerlichen Revolutionen des 19. Jahrhunderts. Solch unterschiedliche Persönlichkeiten wie Proudhon, Bakunin, Marx und Engels schreiben ihre Revolutionstheorien und verbinden diese mit einer Theorie der bürgerlichen Gesellschaft. Marx und Engels können im Kommunistischen Manifest noch darauf hoffen, dass sich dem Bestreben der Arbeiter*innen ein liberales und aufgeklärtes Bürgertum anschließt, dem es um die Verwirklichung der Ideale der bürgerlichen Revolution geht. Während diese Hoffnung spätestens mit der Niederschlagung der Pariser Commune für die bürgerlichen Staaten Europas an Glaubwürdigkeit verliert, bleibt im Agrarstaat Russland eine Konstellation aus bürgerlichem Materialismus und Marxismus erhalten. Das Resultat dieses Umstandes ist – wie es Rosa Luxemburg in ihrer Besprechung der Russischen Revolution anerkennt – der heroische Versuch die Revolution ohne kapitalistische Grundlagen zu machen.
Durch eine zunehmende Bolschewisierung der kommunistischen Parteien Europas nach der Russischen Revolution geraten diejenigen Stimmen der Arbeiterbewegung im Westen ins Hintertreffen, die grundsätzlich andere politische Organisationsformen anstreben. Diese dissidente Arbeiterbewegung kritisierte in ihren Texten auf unterschiedliche Weise die Russische Revolution, um deren Intention zu bewahren. Wir wollen uns zu Beginn dieser study group einzelnen Protagonist*innen dieser Arbeiterbewegung widmen und insbesondere Texte von Rosa Luxemburg und den Linkskommunisten Paul Mattick und Karl Korsch lesen und uns schließlich auch zeitgenössische linkskommunistische Strömungen anschauen

30.10.2018 – Vortrag: Arbeit und Muße – Zur impliziten Bildungstheorie von Karl Marx

Dem gesellschaftlichem Mangel an angemessen vergüteter Erwerbsarbeit zum Trotz scheint Arbeit in nahezu alle Poren des gesellschaftlichen und individuellen Lebens vorzudringen. An sich selbst arbeiten, mit dem Ziel der Selbstoptimierung lautet das neoliberale Credo. Zugleich sollten ehrenamtliche Arbeit, Beziehungs- oder Bildungsarbeit nicht vernachlässigt werden. Gegenüber solchen Imperativen mit ihrer Fokussierung auf Arbeit erinnert Claus Baumann an die implizite Bildungstheorie von Karl Marx, die eine emanzipatorische, freie wie allseitige Bildung der gesellschaftlichen Individuen anvisiert. In deren Zentrum steht aber gerade nicht Arbeit als grundlegende Tätigkeitsweise, sondern Muße.

Claus Baumann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Stuttgart, im Fachbereich Philosophie.

Dienstag 30.10.2018, 19 Uhr
Ort: Raum 101, Hegelbau, Wilhelmstr. 36

24.10.2018 – Kritischer Sektempfang

24.10.2018, 16-18 Uhr
Clubhaus, Kleiner Saal
Wilhelmstr. 30

Bei unserem Kritischen Sektempfang möchten wir euch verschiedene Studienfächer aus einer kritischen Perspektive vorstellen. Was heißt kritisches Studieren im Kontext der Pädagogik, Soziologie und Philosophie? Welche kritischen Theorien gibt es in diesen Fächern? Welches kritisches Lehrangebot gibt es an der Uni Tübingen?

Unser Sektempfang findet im Rahmen der Ernst und Karola Bloch Woche statt.
Alle Termine der Woche findet ihr hier

02.08.2018 – Jour fixe: Staatlichkeit

Die Frage danach, was ‚den Staat‘ eigentlich ausmacht bzw. was dieser macht, beschäftigt linke TheoretikerInnen schon lange. Insbesondere aus marxistischer Perspektive wurde viel dazu geschrieben, wobei Staatlichkeit oft nicht als eigenständiger Bereich, sondern als irgendwie aus der Ökonomie abgeleitet betrachtet wurde. Anarchistische Positionen bleiben hingegen oftmals bei einer Fundamentalkritik ‚des Staates‘ stehen, weswegen die Analyse nicht besonders tiefgründig ausfällt.

Im Jour Fixe zum Thema Staatlichkeit soll eine analytische Perspektive auf Staatlichkeit vorgestellt und diskutiert werden, die sich in soziologischer Manier auf diese linken Ansätze stützt und sie weiterentwickelt. Für die adäquate Analyse von Staatlichkeit wird hier vorgeschlagen, diese als hegemoniale Vergesellschaftungsform zu verstehen.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 02.08.18, 16 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

26.07.2018 – Jour fixe: Das Wirtschaftssystem der Sowjetunion

Wenn man sich Gedanken über eine Alternative zur kapitalistischen Wirtschaft macht, ist es hilfreich, sich auch mit vergangenen Versuchen auseinanderzusetzen, eine andere Gesellschaft aufzubauen – um aus ihren Fehlern und Mängeln zu lernen. Wenn man darüber hinaus Sympathien für den Sozialismus hegt, ist eine Auseinandersetzung mit der Sowjetunion unumgänglich. Aus diesem Grund wollen wir das sowjetische Wirtschaftssystem zum Thema unseres nächsten Jour fixe machen. Dazu wird es einen Input-Vortrag geben, der in groben Zügen darstellen wird, wie die Wirtschaft in der Sowjetunion funktioniert hat und was daran nicht funktioniert hat. Anschließend wird es Zeit für Diskussionen und Nachfragen zum Vortrag oder zur sowjetischen Geschichte im Allgemeinen geben.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem wir uns gegenseitig verschiedene Themen vorstellen und anschließend darüber diskutieren. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 26.07.18, 16 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

04.07.18 – Vortrag: Krieg im Jemen

Vortrag von Jacqueline Andres (IMI) im Rahmen der Kritischen Uni Tübingen (KUT)
Mittwoch, 04. Juli von 16-18 Uhr
Großer Übungsraum der Soziologie (Raum 101) im Hegelbau, Wilhelmstraße 36

Seit mehr als drei Jahren tobt im Jemen Krieg. Es handelt sich um die schlimmste humanitäre Situation weltweit: mittlerweile sind akut 8,4 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, mehr als 22,2 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, die ansteckenden Krankheiten Cholera und Diphtherie breiten sich immer weiter aus. Ursachen dieser sich abzeichnenden Katastrophe sind u.a. die zahlreichen Luftangriffe der von Saudi-Arabien geführten
Militärkoalition und die seit Jahren andauernde militärische See-, Land- und Luftblockade. Die Konfliktlinien und Allianzen verschieben und transformieren sich häufig, wodurch es schwer ist, den Krieg bzw. die Kriege in Jemen zu verstehen. Dieser Vortrag bietet daher einen Überblick über die aktuelle Situation in Jemen und stellt die unterschiedlichen Akteure, die dynamischen, historisch gewachsenen Allianzen und die wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen der involvierten Kriegsparteien dar. Dabei wird versucht, Stimmen aus Jemen Raum zu geben und auch ein Auge auf die Rolle der Bundesrepublik und der Vertreter_innen der Rüstungsindustrie zu werfen.

Jacqueline Andres ist Beirätin bei der Informationsstelle Militarisierung, forscht u.a. zu Militarisierungsprozessen in der arabischen Welt und beschäftigt sich seit 2015 mit dem Krieg in Jemen.

14.06.18 – Vortrag: In antisemitischer Gesellschaft

Wer die öffentlichen Berichterstattungen und Diskussionen über Antisemitismus aufmerksam verfolgt, den beschleicht unweigerlich das Gefühl, in einer Endlosschleife der immer gleichen Diskussionen gefangen zu sein. So wird entweder anlässlich von Äußerungen bekannter Politiker, Journalisten oder Autoren, die Frage hin- und hergewälzt, ob diese Äußerungen antisemitisch waren oder nicht, wobei sich am Ende stets ein Experte findet, der das genauer differenziert wissen will. Oder aber, es ist gerade eine Studie erschienen, die eine erschreckend hohe Zustimmung zu antisemitischen Ansichten feststellt, worüber die einen sich stets aufs Neue erstaunt und erschrocken die Augen reiben, während die anderen der Studie die Seriosität absprechen.
Jenseits der politischen Implikationen besteht das Grundproblem beider Diskussionen darin, dass sie im Kern stets um die Frage einer adäquaten, operationalisierbaren (und konsensfähigen) Definition des Antisemitismus kreisen. Operationalisierbar lässt sich der Antisemitismus aber alleine schon deswegen nicht definieren, weil sich seine konkreten Erscheinungsformen ständig wandeln. Und ihn adäquat zu bestimmten, scheint auch deswegen schwierig, weil er sich konkret stets gegen Juden richtet, obgleich er mit deren empirischen Verhalten nichts zu tun hat. So kann er wiederum nur als individueller Wahn erscheinen, dessen gesellschaftliche Verbreitung (und Akzeptanz insbesondere als Israelkritik) letztlich rätselhaft bleiben muss.
Der Vortrag wird versuchen zu explizieren, warum es anstelle einer Definition des Antisemitismus darauf ankäme, die innere Logik des Antisemitismus nicht als eine lose Ansammlung von Vorurteilen, sondern als eine falsche (und freilich brandgefährliche) Theorie über die Grundkategorien der unvernünftigen Gesellschaft zu begreifen: Geld, Kapital, Weltmarkt und Staat. Es wird also darum gehen, das innere Verhältnis von Wahn und Realitätstauglichkeit im Antisemitismus zu entfalten, der sich in seinen Konsequenzen stets gegen die Existenz von Juden und ihren Staat richtet, mit deren empirischem Verhalten er aber praktisch nichts, mit einer wahnhaften Rationalisierung einer unbegreifbaren Gesellschaft dafür aber umso mehr zu tun hat.

Leo Elser ist Autor und Redakteur der Zeitschrift Pólemos.

Die Veranstaltung findet mit der finanziellen Unterstützung des Studierendenrates Tübingen statt.

Donnerstag 14.06.2018, 18 Uhr c.t.
Ort: Hegelbau, Wilhelmstrasse 36, 72074 Tübingen, Großer Übungsraum

17.05.18 – Jour fixe: Cultural appropriation

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Cu… Ach egal! Bei unserem nächsten Jour Fixe wollen wir uns mit dem Thema Cultural Appropriation beschäftigen. Dabei wird es um folgende Fragen gehen:

Was ist unter Cultural Appropriation zu verstehen?

Welche Probleme haben Leute mit Cultural Appropriation?

Was kann daraus folgen, diese Probleme festzustellen?

Was ist in der Gesellschaft passiert, dass das Thema so interessant wurde?

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem regelmäßig verschiedene Themen vorgestellt und anschließend diskutiert werden. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 17.05.18, 18 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

26.04.2018 – Jour fixe: Pläne machen

Alexander Herzen schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts zu dem Umstand, dass in der sozialistischen Bewegung wenig Wert darauf gelegt wurde, konkrete Ideen dazu zu erarbeiten, wie eine zukünftige Gesellschaft nach dem Kapitalismus funktionieren soll: „Statt dessen begnügte man sich mit einer Fahne, einem Briefkopf, einem Gemeinplatz… Recht auf Arbeit… Aufhebung des Proletariats… Republik und Ordnung… Brüderlichkeit und Solidarität aller Völker… Und wie soll man das alles organisieren, verwirklichen? Das – kommt alles später. Wenn man erst einmal an der Macht ist, wird das übrige durch Dekrete, durch Plebiszite erledigt.“

Daran hat sich im Wesentlichen nur wenig geändert. Bei unserem Jour fixe wollen wir uns mit der Frage befassen, wozu sozialistischen Utopien und Zukunftspläne gut sind.

Dazu wird es zuerst einen kurzen Vortrag über die Geschichte der Auseinandersetzungen mit Zukunftsentwürfen und Utopien in der sozialistischen Bewegung geben. Der Vortrag wird die Kritik von Marx und Engels an den sogenannten „utopischen Sozialisten“, die Debatten in der deutschen Sozialdemokratie und der Sowjetunion sowie Adornos Kritik und gleichzeitig Befürwortung der Utopie darstellen.
Im zweiten Teil werden wir diskutieren, ob man sich als Kritiker*in des Kapitalismus mit konkreten Entwürfen einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft befassen sollte oder nicht. Dazu haben wir verschiedene Argumente für beide Positionen vorbereitet, die wir zusammen durchgehen werden.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem regelmäßig verschiedene Themen vorgestellt und anschließend diskutiert werden. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 26.04.18, 18 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6

Programm für das Sommersemester 2018

[study group] Bedingungsloses Grundeinkommen

Termin: Montag 16.15 -18.45 Uhr
Erstes Treffen: Montag 23. April,
Raum: Infoladen, Schellingstrasse 6

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) hat sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften politischen Vorhaben entwickelt, das in fast allen politischen Lagern diskutiert wird und von verschiedenen Seiten Zuspruch und Kritik erfährt. Es gibt eine beinahe schon unübersehbare Anzahl von Initiativen, die jeweils eigene Formen des BGE propagieren. Da wir uns hier bei der Kritischen Uni keinen Trend entgehen lassen, möchten wir in diesem Semester eine Studiengruppe zu diesem Thema machen.

Wofür ist das BGE gut? Wie soll es funktionieren? (Wie) Kann es finanziert werden? Welche Probleme soll es lösen und kann es das überhaupt? Was sagt der Steuerzahler dazu? – Die Studiengruppe bietet die Möglichkeit, sich in gemeinsamer Recherche und Diskussion mit diesen und vielen anderen Fragen zu beschäftigen. Wir hoffen, dass am Ende keine Fragen offen bleiben und sich jede/r sein/ihr eigenes Urteil darüber bilden kann, was vom einem BGE zu halten ist.

[Lesekreis] Dialektik der Aufklärung (Exkurs 2: Juliette oder Aufklärung und Moral)

Termin: Montag 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: Montag 23. April
Ort: Theologicum Foyer

In dem Lesekreis ‚‘Dialektik der Aufklärung'‘ wollen wir eines der wichtigsten und einflussreichsten Werke der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno durcharbeiten. Letztes Semester haben wir uns mit den Kapiteln „Begriff der Aufklärung“ und „Exkurs 1: Odysseus oder Mythos der Aufklärung“ auseinandergesetzt. Dieses Semester möchten wir uns nun mit „Exkurs 2: Juliette oder Aufklärung und Moral“ beschäftigen. Da wir mit einem neuen Abschnitt des Buches beginnen, begrüßen wir auch neu Einsteiger.

Es kann generell zu jeder Zeit dazu gestoßen werden.

[Lesekreis] Anarchismus weltweit

Termin: Dienstag 18.15 -19.45 Uhr
Erstes Treffen: Dienstag 24. April,
Raum: Hegelbau, Raum 101

Anarchistische Bewegungen finden sich global an verschiedenen Orten, wobei sich die lokale Rezeption oftmals (trotz inhaltlicher Ablehnung) an nationalstaatlichen Grenzen orientiert. Um über den Nationalstaat als Denkkategorie hinaus zu kommen, sollen in diesem Lesekreis Texte zum Anarchismus aus aller Welt gelesen und diskutiert werden. Dabei geht es sowohl um aktuelle als auch historische anarchistische Bewegungen. Je nach Interessenlage der Teilnehmenden gibt es eine vorläufige Lektüreauswahl, die Texte über Anarchismus in Indonesien, Südafrika, Russland, USA, China, Nigeria, u.v.m. umfasst.

[study group] Revolution von Rechts? – Paradigmen sozialer Veränderung

Termin: Donnerstag 18.30 -20.00 Uhr
Erstes Treffen: Donnerstag 19. April,
Raum: Melanchthonzimmer, Burse

Seit dem von Francis Fukuyama ausgerufenem “ Ende der Geschichte” ist nun ebendiese Geschichte doch noch weiter angewachsen. Der Siegeszug der freien Marktwirtschaft über die staatskapitalistischen Systeme des Ostblocks hatte nicht wie erwartet zur Konsequenz, dass eine Liberalisierung des Staatenwesens, eine Abkehr vom Autoritarismus, eintritt. Im Gegenteil verstärken sich die Tendenzen dessen, was wir als Neue Rechte kennen, weltweit. Ob Putin, Orban oder Marine LePen – sie alle beziehen sich auf Theoretiker der Neuen Rechten. Angetrieben ist diese diffuse theoretische Mischung aus geisteswissenschaftlichen Erwägungen, die mit pseudowissenschaftlichen Argumenten eine Art “Mindset” erlauben, auf dessen Boden Hass und Menschenverachtung grassieren.
Dies bedeutet, dass durch wissenschaftliche Methoden nicht bloß Erkenntnisse generiert werden, sondern auch ideologische Muster reproduziert werden können und eine schleichende Unterwanderung des wissenschaftlichen Apparats von Rechts auch jetzt schon als eine reale Option erscheint.
Ebendiese Theorien, welche sich durchaus noch als zitierbar erweisen, möchten wir im Rahmen des Arbeitskreises der Kritischen Uni Tübingen untersuchen, das heißt wir lesen Texte, die zur ideologischen Basis der Neuen Rechten zählen und interpretieren sie auf ihrem Gehalt hin. Dazu lesen wir zusätzlich noch Beiträge und Interpretationshilfen von Historikern, Politikwissenschaftlern und Soziologen, die dieses Problem schon vor uns erkannt haben.

[study group] Wie soll der Sozialismus aussehen?

Termin: Sonntag 14 – 16 Uhr, alle zwei Wochen
Erstes Treffen: Sonntag 29. April,
Raum: Infoladen, Schellingstrasse 6

Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft hat für die Menschen nur dann eine praktische Relevanz, wenn es eine andere, bessere Art und Weise gibt, die Gesellschaft zu organisieren. Dennoch passiert es nicht oft, dass man von Sozialist*innen herauskriegt, wie sie sich diese andere Gesellschaft konkret vorstellen. Noch seltener sind unter diesen Vorstellungen halbwegs durchdachte Konzepte zu finden.

Aus diesem Grund organisiert die KUT in diesem Semester eine Studiengruppe zu der Frage, wie eine sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aussehen könnte. Um diese Frage zu beantworten, wollen wir uns, zusammen mit allen, die daran ein Interesse haben, mit älteren und zeitgenössischen Konzepten zur Organisation einer sozialistischen Gesellschaft auseinandersetzen und sie auf ihre Tauglichkeit prüfen. Der Fokus wird auf konkreten Vorschlägen und Maßnahmen liegen, die über die üblichen Allgemeinplätze zu dieser Frage hinausgehen. Ein irgendwie gefestigtes politisches Weltbild und die einwandfreie Beherrschung linker Parolen sind keine Voraussetzung für die Teilnahme, Interesse am Thema und die Bereitschaft, sich ernsthaft und kontinuierlich an der gemeinsamen Diskussion zu beteiligen, dagegen schon. Kritik an sozialistischen Konzepten ist willkommen und erwünscht, solange sie sachlich bleibt.