26.04.2018 – Jour fixe: Pläne machen

Alexander Herzen schrieb Mitte des 19. Jahrhunderts zu dem Umstand, dass in der sozialistischen Bewegung wenig Wert darauf gelegt wurde, konkrete Ideen dazu zu erarbeiten, wie eine zukünftige Gesellschaft nach dem Kapitalismus funktionieren soll: „Statt dessen begnügte man sich mit einer Fahne, einem Briefkopf, einem Gemeinplatz… Recht auf Arbeit… Aufhebung des Proletariats… Republik und Ordnung… Brüderlichkeit und Solidarität aller Völker… Und wie soll man das alles organisieren, verwirklichen? Das – kommt alles später. Wenn man erst einmal an der Macht ist, wird das übrige durch Dekrete, durch Plebiszite erledigt.“

Daran hat sich im Wesentlichen nur wenig geändert. Bei unserem Jour fixe wollen wir uns mit der Frage befassen, wozu sozialistischen Utopien und Zukunftspläne gut sind.

Dazu wird es zuerst einen kurzen Vortrag über die Geschichte der Auseinandersetzungen mit Zukunftsentwürfen und Utopien in der sozialistischen Bewegung geben. Der Vortrag wird die Kritik von Marx und Engels an den sogenannten „utopischen Sozialisten“, die Debatten in der deutschen Sozialdemokratie und der Sowjetunion sowie Adornos Kritik und gleichzeitig Befürwortung der Utopie darstellen.
Im zweiten Teil werden wir diskutieren, ob man sich als Kritiker*in des Kapitalismus mit konkreten Entwürfen einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft befassen sollte oder nicht. Dazu haben wir verschiedene Argumente für beide Positionen vorbereitet, die wir zusammen durchgehen werden.

Der Jour fixe der Kritischen Uni Tübingen ist ein offenes Treffen, bei dem regelmäßig verschiedene Themen vorgestellt und anschließend diskutiert werden. Dazu treffen wir uns alle zwei Wochen in den Räumen des Infoladens in der Schellingstrasse 6. Ihr seid alle herzlich eingeladen, mitzudiskutieren oder eigene Themen vorzustellen.

Termin: Donnerstag 26.04.18, 18 Uhr
Ort: Infoladen, Schellingstrasse 6


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