Programm für das Sommersemester 2018

[study group] Bedingungsloses Grundeinkommen

Termin: Montag 16.15 -18.45 Uhr
Erstes Treffen: Montag 23. April,
Raum: Infoladen, Schellingstrasse 6

Das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) hat sich in den letzten Jahren zu einem ernsthaften politischen Vorhaben entwickelt, das in fast allen politischen Lagern diskutiert wird und von verschiedenen Seiten Zuspruch und Kritik erfährt. Es gibt eine beinahe schon unübersehbare Anzahl von Initiativen, die jeweils eigene Formen des BGE propagieren. Da wir uns hier bei der Kritischen Uni keinen Trend entgehen lassen, möchten wir in diesem Semester eine Studiengruppe zu diesem Thema machen.

Wofür ist das BGE gut? Wie soll es funktionieren? (Wie) Kann es finanziert werden? Welche Probleme soll es lösen und kann es das überhaupt? Was sagt der Steuerzahler dazu? – Die Studiengruppe bietet die Möglichkeit, sich in gemeinsamer Recherche und Diskussion mit diesen und vielen anderen Fragen zu beschäftigen. Wir hoffen, dass am Ende keine Fragen offen bleiben und sich jede/r sein/ihr eigenes Urteil darüber bilden kann, was vom einem BGE zu halten ist.

[Lesekreis] Dialektik der Aufklärung (Exkurs 2: Juliette oder Aufklärung und Moral)

Termin: Montag 18 – 20 Uhr
Erstes Treffen: Montag 23. April
Ort: Theologicum Foyer

In dem Lesekreis ‚‘Dialektik der Aufklärung'‘ wollen wir eines der wichtigsten und einflussreichsten Werke der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno durcharbeiten. Letztes Semester haben wir uns mit den Kapiteln „Begriff der Aufklärung“ und „Exkurs 1: Odysseus oder Mythos der Aufklärung“ auseinandergesetzt. Dieses Semester möchten wir uns nun mit „Exkurs 2: Juliette oder Aufklärung und Moral“ beschäftigen. Da wir mit einem neuen Abschnitt des Buches beginnen, begrüßen wir auch neu Einsteiger.

Es kann generell zu jeder Zeit dazu gestoßen werden.

[Lesekreis] Anarchismus weltweit

Termin: Dienstag 18.15 -19.45 Uhr
Erstes Treffen: Dienstag 24. April,
Raum: Hegelbau, Raum 101

Anarchistische Bewegungen finden sich global an verschiedenen Orten, wobei sich die lokale Rezeption oftmals (trotz inhaltlicher Ablehnung) an nationalstaatlichen Grenzen orientiert. Um über den Nationalstaat als Denkkategorie hinaus zu kommen, sollen in diesem Lesekreis Texte zum Anarchismus aus aller Welt gelesen und diskutiert werden. Dabei geht es sowohl um aktuelle als auch historische anarchistische Bewegungen. Je nach Interessenlage der Teilnehmenden gibt es eine vorläufige Lektüreauswahl, die Texte über Anarchismus in Indonesien, Südafrika, Russland, USA, China, Nigeria, u.v.m. umfasst.

[study group] Revolution von Rechts? – Paradigmen sozialer Veränderung

Termin: Donnerstag 18.30 -20.00 Uhr
Erstes Treffen: Donnerstag 19. April,
Raum: Melanchthonzimmer, Burse

Seit dem von Francis Fukuyama ausgerufenem “ Ende der Geschichte” ist nun ebendiese Geschichte doch noch weiter angewachsen. Der Siegeszug der freien Marktwirtschaft über die staatskapitalistischen Systeme des Ostblocks hatte nicht wie erwartet zur Konsequenz, dass eine Liberalisierung des Staatenwesens, eine Abkehr vom Autoritarismus, eintritt. Im Gegenteil verstärken sich die Tendenzen dessen, was wir als Neue Rechte kennen, weltweit. Ob Putin, Orban oder Marine LePen – sie alle beziehen sich auf Theoretiker der Neuen Rechten. Angetrieben ist diese diffuse theoretische Mischung aus geisteswissenschaftlichen Erwägungen, die mit pseudowissenschaftlichen Argumenten eine Art “Mindset” erlauben, auf dessen Boden Hass und Menschenverachtung grassieren.
Dies bedeutet, dass durch wissenschaftliche Methoden nicht bloß Erkenntnisse generiert werden, sondern auch ideologische Muster reproduziert werden können und eine schleichende Unterwanderung des wissenschaftlichen Apparats von Rechts auch jetzt schon als eine reale Option erscheint.
Ebendiese Theorien, welche sich durchaus noch als zitierbar erweisen, möchten wir im Rahmen des Arbeitskreises der Kritischen Uni Tübingen untersuchen, das heißt wir lesen Texte, die zur ideologischen Basis der Neuen Rechten zählen und interpretieren sie auf ihrem Gehalt hin. Dazu lesen wir zusätzlich noch Beiträge und Interpretationshilfen von Historikern, Politikwissenschaftlern und Soziologen, die dieses Problem schon vor uns erkannt haben.

[study group] Wie soll der Sozialismus aussehen?

Termin: Sonntag 14 – 16 Uhr, alle zwei Wochen
Erstes Treffen: Sonntag 29. April,
Raum: Infoladen, Schellingstrasse 6

Kritik an der kapitalistischen Gesellschaft hat für die Menschen nur dann eine praktische Relevanz, wenn es eine andere, bessere Art und Weise gibt, die Gesellschaft zu organisieren. Dennoch passiert es nicht oft, dass man von Sozialist*innen herauskriegt, wie sie sich diese andere Gesellschaft konkret vorstellen. Noch seltener sind unter diesen Vorstellungen halbwegs durchdachte Konzepte zu finden.

Aus diesem Grund organisiert die KUT in diesem Semester eine Studiengruppe zu der Frage, wie eine sozialistische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aussehen könnte. Um diese Frage zu beantworten, wollen wir uns, zusammen mit allen, die daran ein Interesse haben, mit älteren und zeitgenössischen Konzepten zur Organisation einer sozialistischen Gesellschaft auseinandersetzen und sie auf ihre Tauglichkeit prüfen. Der Fokus wird auf konkreten Vorschlägen und Maßnahmen liegen, die über die üblichen Allgemeinplätze zu dieser Frage hinausgehen. Ein irgendwie gefestigtes politisches Weltbild und die einwandfreie Beherrschung linker Parolen sind keine Voraussetzung für die Teilnahme, Interesse am Thema und die Bereitschaft, sich ernsthaft und kontinuierlich an der gemeinsamen Diskussion zu beteiligen, dagegen schon. Kritik an sozialistischen Konzepten ist willkommen und erwünscht, solange sie sachlich bleibt.


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